CSD 2012 Berlin - Route

Warum die neue Route?

2008 beschloss das basisdemokratische CSD Forum jährlich zwischen einer West- und Ostroute zu wechseln, was bisher erst ein Mal gelang. Deshalb hat sich der Berliner CSD e.V. überlegt, wie nicht nur der Osten sondern auch andere Stadtteile die CSD Parade unmittelbar miterleben können. Besonders wichtig war dabei, an entscheidenden politischen Orten – im positiven wie negativen Sinne – zu demonstrieren. In der City West begannen bisher die meisten CSD Paraden, durch den Ostteil der Stadt zog die Demo erst ein Mal und in Kreuzberg, ebenfalls ein schwullesbisches Zentrum der Stadt, war der CSD noch nie.

 Die Parade beginnt dieses Jahr deshalb mitten in Kreuzberg auf der Gitschiner Str. Ecke Prinzenstraße. Über die Gitschiner Str. verläuft die Route bis zur Wilhelmstr., vorbei an der SPD-Parteizentrale bis zur Niederkirchnerstr. Dann geht es weiter am Berliner Abgeordnetenhaus vorbei zum Potsdamer Platz; weiter zum Homo-Mahnmal, dort in die Hannah-Arendt-Str. bis zur Glinkastraße. Die russische Botschaft lassen wir links liegen und ziehen in die Dorotheenstr., dann am Reichstag vorbei bis zur Yithzak-Rabin-Str., wo die Parade dann ins CSD Finale am Brandenburger Tor übergeht.Entlang der CSD Parade werden an ausgewählten Punkten zusätzliche politische Aktionen gesetzt. Details dazu gibt es unter www.csd-berlin.de.

Das Motto des CSD 2012 „Wissen schafft Akzeptanz“ beleuchtet die wissenschaftliche Seite der Emanzipation. Vom schwulen, britischen Computerpionier Alan Turing, der im Krieg den Nazi-Code der Enigma Maschine entzifferte und nach dem Krieg von seinem eigenen Land wegen Homosexualität verurteilt und in den Tod getrieben wurde, bis zu wissenschaftlichen Erkenntnisen über Homo-, Trans- und Intersexualität, um endlich mit Vorurteilen und Aberglauben aufzuräumen. Wie schädlich diese sind, zeigt sich in Russland wo „Homo-Propaganda“ verboten werden soll und in ultra-klerikalen Kreisen, die meinen, Homosexualität als Krankheit mit Elektroschocks therapieren zu können.

Die Route des CSD wird vom Verein in Absprache mit der Polizei und der Versammlungsbehörde festgelegt. Der Verein meldet üblicherweise zirka 12 Monate vor dem nächsten CSD die Demo-Parade an. Danach folgen intensive Gespräche, Vor-Ort-Begehungen und Änderungen der Route, soweit nötig. In der Praxis ist eine Routenfestlegung leider gar nicht so einfach, da aufgrund der Größe des CSD sehr enge Straßen nicht in Frage kommen. Besonders schwierig gestaltet sich die Routenführung bei den vielen Baustellen, die von unterschiedlichen Körperschaften (Land Berlin, Bezirke, BVG/S-Bahn oder private Bauträger) ohne zentrale Koordinierung in Auftrag gegeben werden. Aufgrund der Höhe mancher CSD Fahrzeuge machen außerdem so banale Dinge wie Stromoberleitungen der Straßenbahn, U-Bahn- oder S-Bahn-Brücken, Grundwasserentwässerungsrohre und andere bauliche Objekte, die niedriger als 4,5 m über der Fahrbahn die Straße queren, eine Routenführung schwierig. Dennoch eine Route zu finden, die an politisch relevanten Orten vorbei führt und all diese logistischen Zwänge berücksichtigt, ist jedes Jahr eine neue Herausforderung. Der Verein ist dabei allerdings mittlerweile recht erfahren und hat es bisher jedes Jahr geschafft, eine logistisch machbare und politisch sinnvolle Route durchzusetzen.

gefunden: CSD-Berlin e.V.

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